Sturmberger Fördermethode

Die Sturmberger Fördermethode arbeitet in der Tiergetragene Therapie mit Hunden und definiert sich aus drei großen Blöcken:

1. Basis- und Zusatzausbildung des THERAPIEHUNDEFÜHRERS

Basisausbildung

Die Therapiehundeführer kommen aus Tätigkeitsgebieten im Gesundheits-, Pädagogik- und Sozialbereich und treten gemeinsam mit ihren eigenen Hunden als geprüfte Therapiehunde-Teams auf.

Zusatzausbildung

Entwicklung des Kindes/Sensorische Integration/Sinnesbeeinträchtigungen

Körperliche/Kognitive/ Mehrfach-Beeinträchtigungen/Seelische Krankheitsbilder

Anatomie, Physiologie und Trainingslehre/Muskelanatomie und Kräftigung/Rückenschule

Entspannungs- und Stressbewältigung /Psychogymnastik/Richtiges Atmen/Klangschale

Pädagogik/Psychologie/Konzentrative Bewegungstherapie/Erste Hilfe bei Mensch und Hund

Laufende Weiterbildungen in Sachen Mensch und Hund sind für uns selbstverständlich. (Gebärdensprache, Hundesprache verstehen, TTouch Training, … )

 

2. Basis- und Zusatzausbildung des

THERAPIEHUNDES

Tiergetragene Therapie durchzuführen setzt voraus, einen geeigneten Hund zu haben, der der Ausbildung entsprechen kann.

Basisausbildung

Staatlich geprüfte Therapiebegleithunde, geprüfte Therapiehunde vom Verein TAT (Tiere als Therapie) mit ESAAT (europäischer Dachverband) Zertifizierung.

 

Zusatzausbildung

Ich bitte um Verständnis, dass die genauere Ausbildung unserer Hunde nicht bekannt gegeben wird. Jedoch führe ich gerne für eine bessere Vorstellung einige Beispiele auf:

Grundgehorsam: BGH 1 nach ÖKV-Richtlinien

 

Intelligenter Ungehorsam und Freiarbeit: Der Hund wird darauf sensibilisiert, seine Fähigkeiten klientzentriert einzusetzen. Er entscheidet selbstständig, wenn er der Aufforderung des Hundeführers nicht Folge leistet und signalisiert dies dementsprechend.

 

Beispiel:

Der Hund befolgt das Signal „Platz“ nicht und legt sich statt dessen mit Blick auf den HF in einer größeren Distanz zum Wachkoma-Klienten. Eine erneute Aufforderung seitens HF wird wiederum nicht umgesetzt. Die Kanüle füllt sich Sekunden später mit Sekret. Der Hund hat dem Klienten seine Empathie gezeigt und ihn in dieser unangenehmen Situation nicht bedrängt.

 

Spezielle Kommandos für den Behindertenbereich.

 

Anzeigen und Lösen: Anzeigen der Stimmungsverfassung des Klienten, wobei die Art der Anzeige vom jeweiligen Hund abhängig ist. Spastik- und Verkrampfungserkennung, sowie Anzeige und Lösung durch die richtige Lecktechnik. Erkennung von taktilen und propriozeptiven (Tiefenwahrnehmung) Bedürfnissen, sowie Anzeige an seinen HF.

 

Augenkontakt: Der Hund ist durch Augenkontakt IMMER in Verbindung mit seinem HF. Die Konzentration ist immer auf Klienten und HF bezogen (TRIADE).

 

Aktivieren und Entspannen: Der Hund beherrscht dieses Wechselspiel. Er setzt Aufforderungs- und Entspannungssignale gezielt ein, wenn diese seitens der Klienten notwendig sind.

Beispiel: Andrea will einen Ball werfen, aber aufgrund zu geringer Bodenstabilität setzt Therapiehund Jack Aktivierungsschritte und entnimmt ihr den Ball vorzeitig. Er setzt somit gezielt seinen Aufforderungscharakter ein und fordert den Klienten auf, einen besseren Standpunkt einzunehmen. Er bringt den Ball retour, der Klient reguliert seinen Muskeltonus und schafft einen weiten Wurf. Nach einer solchen Interaktionsphase folgt eine ruhige Sequenz, dieses Wechselspiel ist kein Problem für den geübten Therapiehund.

 

3. GRUNDSÄTZE und METHODIK

Grundsatz

 

Tiergetragene Therapie von Therapiehund & Co (Sturmberger Fördermethode) ist die Bezeichnung für unterschiedliche Therapiemethoden mit Einbindung eines geprüften Therapiehundes, die die psychischen und körperlichen Dimensionen menschlichen Erlebens gleichwertig behandeln. Psyche und Körper sind eine nicht trennbare Einheit. Der Therapiehund mit seinen gut ausgebildeten Spiegelneuronen, wertfreiem Aufforderungscharakter und seinen guten Sinneswahrnehmungen nutzt vor allem die menschliche Körperwahrnehmung, nonverbale Kommunikation und emotionale Stimmung als Möglichkeit, unbewusste psychische Prozesse aufzudecken und ins Bewusstsein zu bringen. Die Sturmberger Fördermethode arbeitet erfahrungsorientiert, was bedeutet, dass das momentane körperliche und emotionale Erleben während des Therapieverlaufes im Fokus der Aufmerksamkeit steht und aktiviert wird. Im aktiven Zustand sind diese Prozesse förderbar. Korrigierende, oft vollkommen neue und sehr eindrucksvolle Erfahrungen werden möglich und es lassen sich Verbindungen zu bewussten kognitiven Prozessen herstellen.

 

Methodik

 

Um qualitative freiwillige Arbeit leisten zu können ist eine gesunde Mensch-Tier-Beziehung oberstes Prinzip. Und, es geht nur über die Freiwilligkeit unserer Hunde.

 

Verschiedene Ansätze in der Sturmberger Fördermethode


Verschiedene Ansätze werden in der Sturmberger Fördermethode nutzbar. Bei intensiverem Training einzelner Ansätze wird immer in Zusammenarbeit mit dem Therapeuten des jeweiligen Fachgebiets gearbeitet.

  • Kompetenz- und Kommunikationstraining
  • Natur-, Erlebnis- und Gestaltpädagogik
  • Spieltherapie
  • Sensorische Integration
  • Unterschiedliche Entspannungs- und Atemtechniken
  • Konzentrative Bewegungstherapie
  • Ergotherapeutische, Physiotherapeutische und Logopädische Ansätze

 

Weiters beschreibt die Methodik der Sturmberger Fördermethode:

  • Die Bausteine des Erfolges
  • die ideale Partnerschaft zwischen Hundeführer und Therapiehund
  • die Persönlichkeitsmerkmale des Therapiehundes
  • die Förderziele und die methodischen Phasen (siehe Punkt Förderziele)
  • die Beziehung zwischen wertfrei und Erfolg
  • die Motivation der Klienten und der Arbeitsbereitschaft des Therapiehundes
  • Aufforderungscharakter und Kommunikationsfähigkeit des Therapiehundes
  • Ich-Botschaften, Spiegelneuronen und Resonanz
  • Kommunikationsprinzipien des Klienten an den Therapiehund
  • Erfolgreiche Triade Klient-Hund-HF durch gute Konzentration
  • Der Transfer aus den Einheiten in die Alltagssituation